Shop

Basislager

  • Blog
  • Shop

Welche Regenjacke passt zu mir?

Inhaltsverzeichnis

Blonde Frau in roter Regenjacke
Wir erklären Dir, worauf Du beim Kauf einer Regenjacke achten solltest

Egal ob Profialpinist oder Spaziergänger: Bei Regen und Sturm setzen alle auf Hardshelljacken. Aus diesem Grund sind die wetterfesten Regenjacken nicht mehr aus dem Outdoor-Sport wegzudenken. Viele Hersteller bieten zahlreiche Regenjacken an, die versprechen, für mehrere Einsätze der ideale Begleiter zu sein.

In diesem Dschungel den Überblick zu bewahren, ist nahezu unmöglich. Ein paar Wegweiser möchten wir Euch dennoch für den nächsten Jackenkauf an die Hand geben.

Was ist eine Hardshelljacke?

Im Prinzip ist diese Frage schnell beantwortet: Hardshelljacken sind wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv. Das bedeutet, dass Wasser nicht durch die Jacke nach innen dringen kann. Wasserdampf wird aber durchgelassen, sodass Schweiß nach außen entweichen kann. Erreicht wird dieser Effekt meist durch eine Membran bzw. durch eine Beschichtung, welche auf der Innenseite der Jacke angebracht wird.

Membran oder Beschichtung?

Hier liegt eine der zentralen Fragen bei der Suche nach der richtigen Jacke: Hochwertige Membranen sind stabiler als Beschichtungen und halten die Jacke somit länger dicht. Beschichtungen hingegen nutzen sich schneller ab, die Jacke ist also nach einer Weile nicht mehr wasserdicht. Wie lange die jeweilige Klamotte wasserdicht ist, hängt zudem stark von der Qualität des Materials und der Art des Gebrauchs ab. Für lange Trekkingtouren mit schwerem Rucksack empfiehlt sich zum Beispiel eher eine Membran. Bekannte Hersteller sind hier Gore-Tex, Dermizax, HyVent und Sympatex. Für den gelegentlichen Wetterschutz beim Joggen, Radeln oder Bouldern reichen Jacken mit Beschichtung meist völlig aus.

2-Lagen, 3-Lagen oder doch 2,5-Lagen?

Bei 3-lagigen Jacken sind Oberstoff, Membran und Futter zu einer Schicht laminiert. Die Membran ist dadurch von oben und unten komplett vor Reibung geschützt. Die Jacke ist leicht und trotzdem sehr stabil. Bei 2-lagigen Jacken sind Membran und Oberstoff verbunden, das Futter ist in die Jacke eingehängt. Dieses kann an der Membran reiben, weshalb 2-lagige Jacken nicht ganz so stabil wie 3-lagige Jacken sind.

2,5-lagige Jacken haben den Vorteil, dass die Membran durch eine weitere Schicht geschützt wird. Jedoch wird keine ganze Schicht auflaminiert, sondern lediglich eine Schutzschicht, z. B. eine Karbonschicht bei Gore-Tex Paclite. Andere Hersteller verwenden z. B. wabenförmige Raster, um die Membran zu schützen. Diese sind leichter und atmungsaktiver als eine 3. Laminatschicht, aber eben auch weniger stabil, was 2,5-lagige Jacken robuster macht als 2-lagige Jacken, aber nur bedingt rucksacktauglich.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Rucksacktauglichkeit weniger von der Anzahl der Lagen als von den verwendeten Materialien abhängt. Genaue Informationen zum Anwendungsgebiet solltet Ihr also in den Produktbeschreibungen nachlesen.

PATAGONIA-Storm10 Jacket – Regenjacke

Packmaß

Eine Jacke, die man auf Tour ständig mit im Rucksack trägt, sollte vor allem stabil sein. Das Packmaß ist hier nicht wirklich entscheidend. Will man die Jacke allerdings nur bei Regen tragen und sonst im Rucksack verstauen, ist das Packmaß durchaus ein Argument. Ein kleines Packmaß und geringes Gewicht sind hier wichtig. Zum Beispiel lässt sich die Patagonia Storm10 Jacket mit ihren 235 g sehr klein verpacken und findet in jedem Rucksack Platz.

Eine robuste Jacke für den Einsatz bei schlechtem Wetter zu finden, ist in der Regel nicht besonders schwierig. Ob die Jacke wirklich zu Dir passt, hängt meist vielmehr von den Details ab.

Besondere Features von Regenjacken

Unterarmreißverschluss

Ein Unterarmreißverschluss dient der Belüftung des Oberkörpers und ist bei schweißtreibenden Aktivitäten unerlässlich. Denn Atmungsaktivität hin oder her, eine Jacke kann immer nur eine bestimmte Menge Wasserdampf durchlassen, und das je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Reißverschlüsse unter den Armen belüften direkt die Stelle des Körpers, bei der meist viel Schweiß auftritt. Durch die Öffnung kann sehr viel mehr Wasserdampf nach außen gelangen als durch das Material. Hinzu kommt, dass man durch die Position den Reißverschluss auch bei Regen öffnen kann, ohne gleich nass zu werden. Denn das Wasser kommt in der Regel nicht unter die Arme.

Position der Taschen

Trägt man einen Rucksack mit Hüftgurt, sind die Taschen einer normalen Jacke verdeckt und somit nicht benutzbar. Viele Hardshelljacken verfügen daher über Taschen, die weiter oben positioniert sind, als normale Einschubtaschen. Dadurch werden sie nicht durch den Hüftgurt verdeckt. Dieses Feature ist nicht nur besonders praktisch, sondern eigentlich notwendig! Und verdeckt werden die Taschen nicht nur durch Rucksäcke, sondern ebenso durch Klettergurte. Wer also eine Jacke für ausgedehnte Klettertouren sucht, sollte hier besonders aufmerksam sein!

Verstärkte Schultern und Ellbogen

Die Membran ist das Herzstück einer jeden Hardshell. Schützt man sie, verlängert man die Lebensdauer der Jacke drastisch. Verstärkte Partien sind hierbei eine sehr nützliche Hilfe. Sie sind an besonders strapazierten Stellen angebracht und versprechen zusätzlichen Schutz für die Jacke. Schwere Rucksäcke können Jacken mit entsprechenden Verstärkungen somit (fast) nichts anhaben!

Helmtaugliche, verstellbare Kapuze

Sei es beim Alpin- oder Eisklettern, Höhlenwandern, auf Hochtouren oder beim Biken – Helmtragen ist Pflicht! Doch der Kopf soll nicht nur von herabfallenden Steinen etc. geschützt werden, sondern auch vor Regen, Schnee und Wasser im Allgemeinen. Die Kapuze sollte also entweder über oder unter den Helm passen. Verfügt die Kapuze über verschiedene Einstellmöglichkeiten, passt sie sich dem Kopf und vor allem seinen Bewegungen gut an und ermöglicht so eine freie Sicht, selbst bei Regen.

Kordelzüge

Mit Kordelzügen kann man Jacken perfekt an den eigenen Körper anpassen. An Bund, Hals und Handgelenken verhindern sie das ungewollte Eindringen von kalter Luft, am Kopf lässt sich die Kapuze flexibel einstellen. Idealerweise sind sie mit längeren Strippen versehen, sodass man sie auch mit dicken Handschuhen bedienen kann.

Bewegungsfreiheit

Es gibt Jacken, welche über sogenannte Unterarmzwickel verfügen. Das sind Einsätze, die verhindern, dass die Jacke beim Strecken der Arme verrutscht. Sehr praktisch beim Klettern und Bouldern, aber auch für Radfahrer geschickt. Ebenso finden sich Jacken, welche einen teilweise elastischen Materialmix verwenden.

Wasserdichte Reißverschlüsse der Regenjacke

Es gibt zwei Arten, einen Reißverschluss wasserdicht zu gestalten: Entweder man verwendet technische Reißverschlüsse, die von ihrer Bauweise her wasserdicht sind oder die klassische Abdeckleiste schützt vor eindringendem Wasser. Wie auch immer, sind die Reißverschlüsse nicht geschützt, hält die Jacke das Wasser nicht zu 100 % draußen. Welche Variante man besser findet, ist Geschmackssache. Spezielle Reißverschlüsse sind leichter als eine zusätzliche Abdeckleiste, allerdings besteht immer die Gefahr, dass durch häufigen Gebrauch der vollständige Schutz verloren geht und undichte Stellen im Reißverschluss entstehen.

2-Wege-Reißverschluss

Ein Reißverschluss, den man in beide Richtungen öffnen kann, hat den Vorteil, die Jacke flexibler zu belüften. Will man den Hals vor Wind schützen, aber dennoch die Jacke öffnen, nimmt man einfach das untere Ende! Beim Tragen eines Klettergurts ist es ebenso praktisch, wenn man die Jacke unten öffnet und über den Gurt zieht. So bleibt dieser bedienbar und ist dennoch durch die Jacke bedeckt.

Und nochmal Reißverschlüsse

Mit Handschuhen können fummelige Reißverschlüsse zu großen Hindernissen werden. Will man an den Inhalt seiner Taschen kommen oder den Unterarmreißverschluss öffnen, muss man dann die Handschuhe ausziehen. Lange Strippen schaffen hier Abhilfe. Je nach Länge öffnet man so auch mit den dicksten Fausthandschuhen die Reißverschlüsse problemlos. Sehr praktisch, wenn es mal kälter wird! Sollte die Jacke nicht von Anfang an über diese praktischen Verlängerungen verfügen, lassen diese sich übrigens sehr leicht nachrüsten.

Knackpunkt Atmungsaktivität bei Hardshelljacken

Eine Regenjacke hält Wasser in Tropfenform ab und wirkt somit als effektive Barriere bei Regen. Wasserdampf (Schweiß) jedoch kann entsprechend passieren. Allerdings bildet dies nur das Grundgerüst der Wasserdampfdurchlässigkeit einer Jacke. Andere Faktoren spielen meist eine viel wichtigere Rolle und haben entsprechend hohen Einfluss auf die Atmungsaktivität. Grundsätzlich ist ein Temperaturgefälle – besonders bei mikroporösen Modellen – zwischen Körper- und Umgebungstemperatur nötig. Gerade bei sehr hoher Außentemperatur ist die Atmungsaktivität stark vermindert.

Außerdem ist die richtige Wahl der darunter liegenden Bekleidungsschichten ausschlaggebend. Ein Base- und Midlayer aus feuchtigkeitstransportierendem Material leitet Schweiß vom Körper in die nächste Lage und über die Hardshell in die Umgebung weiter. Wer jedoch ein normales Baumwollshirt trägt, wird zwangsläufig nass bleiben. Bei starker körperlicher Belastung produziert der Körper mehrere Liter Schweiß, welchen selbst eine High-End-Membran nicht binnen Sekunden ohne Weiteres ableiten kann. Auch kann eine fehlende Imprägnierung dafür sorgen, dass sich der Oberstoff mit Wasser vollsaugt und somit die Wasserdampfdurchlässigkeit verhindert.

Warum die Hardshell plötzlich Wasser durchlässt

Blaue Hardshelljacke
Woran liegt es, wenn die Hardshelljacke auf einmal Wasser durchlässt?

Wenn ausgeschlossen werden kann, dass der vermeintliche Wassereinbruch doch nur der eigene Schweiß ist, kann es nur noch wenige Möglichkeiten geben. Sehr häufig ist eine beschädigte Membran der Grund dafür. Auch wenn kein offensichtlicher Riss im Material ersichtlich ist, kann die Membran durch äußere Einflüsse beschädigt worden sein. Grob gewebtes Außenmaterial lässt Platz, damit feinste Schmutzpartikel durchdringen können. Diese wirken wie Sandpapier und können die Membran unbemerkt aufreiben und somit wasserdurchlässig machen. Durch Hängenbleiben oder Sturz entstandene Löcher und kleinere Risse können durch Reparatursets abgeklebt oder von Herstellern und Servicepartnern professionell geflickt werden.

Meist ist aber auch eine falsche oder gar fehlende Pflege der Grund dafür. Im Inneren der Jacke können sich durch das Tragen feinste Haut- und Schmutzpartikel ablagern. Wenn sich der Schmutz in den Poren der Membran festgesetzt hat, wirkt er wie ein Docht und zieht Feuchtigkeit von Außen herein. Dies lässt sich schnell durch Waschen und Nachimprägnieren der Jacke beheben. Dann aber bitte nur mit Waschmittel ohne Weichspüler, welcher ebenfalls die Poren verstopft. Da allerdings auch normales Waschmittel einen geringen Anteil davon haben kann, ohne es deklarieren zu müssen, empfehlen wir die Verwendung spezieller Funktionswaschmittel. Diese sind frei von Weichspülern, reinigen auch bei der meist vorgeschriebenen niedrigen Waschtemperatur und sind umweltfreundlich.

Teile den Artikel mit anderen Bergfreunden

Bergfreund Gastautor

4 Comments on the Article

  1. Jannick 20. März 2017 10:29 Uhr

    Ich bin zur Zeit auf der Suche nach einer Hardshell und habe jetzt bei euch eine GoreTex Jacke mit "Gore-Tex 3L" gefunden. Ist das automatisch GoreTex Pro, oder nicht unbedingt? Die Artikelbeschreibung spricht auch von robusterem Material (rucksacktauglich) und auch das Gewicht ist ähnlich hoch wie bei anderen "Pro" Jacken. Ich bräuchte nämlich eben auch keine super robuste - und super teure - "Pro" Membran, aber halt ein etwas stärkeres, (absolut) wasserdichtes Material. Mit freundlichen Grüßen

  2. […] Alles über die Hardshell-Jacke: „Welche Regenjacke passt zu mir?“ […]

  3. Ralf 21. September 2019 13:10 Uhr

    Hi, könnt ihr mir eine Empfehlung geben welchen Base und Midlayer man am besten unter einer 3-LAGEN Goretex "Regenjacke" trägt, wenn ein Baumwollshirt ehr suboptimal ist wegen den Schweißtransport? Vielen Dank schon mal im voraus . Liebe Grüße aus Thüringen Ralf

  4. Rico 25. Mai 2020 12:37 Uhr

    Hallo, möchte eine Hardshell Jacke kaufen. Sollte diese etwas größer gekauft werden, sodass evtl. eine Daunen Unterjacke drunter gezogen werden kann, oder doch eher passförmiger, sodaas man die Jacke auch super als normale Regenjacke anziehen kann?

Write a Reply or Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Entdecke die passenden Produkte im Bergfreunde.de Shop

Diese Artikel könnten dir auch gefallen