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Exped im Firmen- und Nachhaltigkeitsportrait

Inhaltsverzeichnis

Der Name Exped steht für ‚Expedition Equipment‘ und ziert die hochwertige Outdoor- und Campingausrüstung eines kleinen Herstellers mit Firmensitz in Zürich. Die Grundidee dieser Firma lautet: „Das maximale Naturerlebnis mit minimalen Mitteln!“. Umgesetzt wird sie mit einem Produktportfolio, das Zelte, Schlafsäcke, Isomatten, Rucksäcke, Packsäcke, Biwaksäcke, Hängematten, Ponchos und Zubehör umfasst. Diese Produkte, die Exped mittlerweile in 26 Ländern vertreibt, decken ein breites Outdoor-Spektrum ab – von der Wanderung im Schwarzwald bis zur Himalaya-Expedition.

Die Belegschaft von Exped besteht durchgehend aus enthusiastischen Outdoor-Praktikern, die kompromisslos und akribisch bis in die letzten Details an der Ausrüstung feilen. Mit dieser Herangehensweise machte man sich einen guten Namen in der Outdoorgemeinde und heimst in schöner Regelmäßigkeit die Preise der Branche und der Zeitschriften ein.

Geschichte

Eine Frau wandert mit Exped-Rucksack
Die Exped AG wurde 1983 von Heidi und Andi gegründet.

Das oben genannte Firmencredo haben die Exped-Gründer Heidi und Andi Brun eindrucksvoll vorgelebt, als sie während ihrer Flitterwochen 1981 neun Monate in der Wildnis Nordkanadas verbrachten. Die minimalen Mittel bestanden aus nicht viel mehr als einem Beil und einem Sägeblatt zum Blockhüttenbau sowie etwa 40 Prozent der für die gesamte Zeit benötigten Nahrung. Der Rest wurde eigenhändig gesammelt. Nach ihrer Rückkehr gründeten die beiden 1983 die Exped AG, die zunächst „nur“ eine Vertretung von namhaften Outdoormarken war. 1997 bringt Exped dann die ersten eigenen Outdoorprodukte auf den Markt.

Swissness: präzise, technikaffin, erfinderisch

Als typische „Swissness“ sieht man bei Exped das leidenschaftliche tüfteln und perfektionieren. Die Schweiz, so die Firmenhomepage, ist ein kleines Land, „angeflanscht an die Hänge der Alpen“. Sie „beherbergt sonderbare Leute. Es mag wohl an den langen Wintern, den 4 verschiedenen Kulturen oder den steilen Tälern liegen: da gedeihen manch verquere Ideen, die sich als verblüffend einfach und trotzdem vielseitig herausstellen. Hinzu kommt die verbissene Detailfixierung und so kommt dann mitunter ein ausgefeiltes Produkt heraus.“

Manchmal kommt sogar die Etablierung einer neuen Norm heraus, wie beispielsweise ein aussagekräftiger und vergleichbarer R-Wert für Isomatten. Dieses Beispiel für Exped‘sche Detailfixierung und Tüftelei haben wir hier im Basislager schon näher beleuchtet.

Die Nachhaltigkeit bei Exped

Exped achtet nach eigener Aussage seit Beginn auf die Nachhaltigkeit, da dies auf lange Sicht am wirtschaftlichsten und umweltfreundlichsten sei. Haltbarkeit, Zuverlässigkeit und Reparaturfähigkeit der Produkte stehen im Vordergrund. Als Grundvoraussetzung verwendet man die hochwertigsten verfügbaren Rohstoffe und Produktionsverfahren ein.

Ökologische Maßnahmen

Blick aus dem Exped-Zelt
Die Daune ist bei Exped das einzige tierische Material. Natürlich wird auch hier auf die Nachhaltigkeit geachtet.

Wo immer möglich wird dabei die ökologischste Variante genutzt. Allerdings sagt man bei Exped frank und frei, dass die Outdoor-Branche eine Art „Zweigbranche der Öl-Industrie“ sei und die synthetischen „Ölprodukte“ oft deutlich langlebiger sind. Um hier die richtige Balance zu finden, forscht man ständig nach Alternativen und setzt diese so weit wie möglich ein. So werden für die Herstellung der Exped Schlafsäcke vornehmlich Daunen aus artgerechter Produktion ohne Verfahren wie Lebermast oder Lebendrupf verwendet. Dabei ist und bleibt Daune das einzige Material tierischen Ursprungs in der Exped-Produktpalette. Bei den sonstigen Materialien erfüllt die Mehrzahl die Anforderungen des bluesign- oder des Ökotex-Standard. Dazu nun einige der Firmenhomepage entnommene Details:

  • 97% der Produkte verwenden Oeko-Tex 100 und/oder bluesign zertifizierte Stoffe im Hauptmaterial sowie in den Details wie Schnallen, Aluhaken und Reißverschlüssen.
  • Zeltgestänge und Heringe durchlaufen einen umweltfreundlichen Galvanisierungsprozess mit geschlossenem Wasserkreislauf.
  • Imprägnierungen sind zu 100% PFOA(C8)-frei und zu 85% komplett PFC-frei. Bis spätestens 2025 soll auch beim PFC 100% erreicht sein.
  • Seit 2021 sind alle Exped Schlafmatten via Myclimate CO2 kompensiert. Das Ziel ist, bis 2025 in allen Produkten klimaneutral zu sein. Für ein klimaneutrales Produkt werden alle klimawirksamen Emissionen entlang des Lebenszyklus’ von der Herstellung der Rohstoffe bis hin zum Gebrauch des Produktes und der anschließenden Entsorgung oder auch der Wiederverwertung berücksichtigt. Die so berechnete Menge an CO2-Äquivalenten (globales Erwärmungspotenzial) wird in hochwertigen myclimate-Klimaschutzprojekten reduziert.
  • Verpackungen sind auf ein Minimum reduziert, bestehen ausschließlich aus recyclebarem Karton und werden gesteckt statt geklebt. Für die Verpackung einiger Accessoires werden langlebige, wiederverwendbare Packbeutel mit Reißverschluss verwendet.

Soziale Maßnahmen

Exped Ausrüstung beim Biwakieren
Der Austausch mit Herstellern und Dienstleistern ist Exped besonders wichtig.

Die hoch spezialisierten Exped-Zulieferer und Partner sind in aller Regel Vorreiter in ihrer Branche, verfügen über viel Erfahrung und bieten ihren Belegschaften fortschrittliche Arbeitsbedingungen. Diese benötigen sie auch, um ihre führenden Positionen, die hohe Verarbeitungsqualität und ein konstantes, gut ausgebildetes Produktionsteam zu halten. Exped Mitarbeiter besuchen alle Fabriken regelmäßig und persönlich, um einen intensiven Austausch zu pflegen: „Indem wir unsere Hersteller und ihre Kostenstrukturen respektieren, glauben wir als kleine Marke mit beschränkten Mitteln mehr zu bewirken als mit zeit- und kostenintensiven externen Social Audits.

Nachhaltigkeit der Beziehungen

Die Vorteile dieser in der Branche ungewöhnlichen Strategie sind das Vertrauen und die Konstanz, die sie in die Geschäftsbeziehungen bringen. Mit den meisten seiner Lieferanten pflegt Exped seit mehr als 10 Jahren eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Diese Konstanz ist wiederum förderlich für nachhaltige Entwicklungen in den Fabriken. Außerdem erstellt Exped seine Produktionsplanung stets in Absprache. Dadurch geraten Lieferanten nicht in ungeplanten Zeitdruck und können somit garantieren, dass keine Arbeit in unbekannte Produktionsstätten ausgelagert wird. Auch die Käufer und Endnutzer sieht Exped als Partner, die durch ihre Rückmeldungen zum gegenseitigen Vertrauen und zu Verbesserungen der Produkte beitragen.

Zu den weiteren Aktivitäten im ökologischen und sozialen Bereich gehören die Mitgliedschaft in der European Outdoor Conservation Association (eoca) und das Standing als soziale Arbeitgeberin. Sowohl am Standort Schweiz als auch in den USA, wo die Exped-Tochtergesellschaft aktiv ist, fördert und lebt man Gleichberechtigung und ökologische Verantwortung. Dazu gehört die CO2-neutrale Warenspedition ebenso wie der Ökostrom oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Mitarbeiter.

Ökonomische Maßnahmen

Die bereits erwähnte hohe Haltbarkeit und Qualität der Exped Produkte drückt sich auch in 5-Jahres-Garantie auf Material und Verarbeitung aus. Mängel oder Schäden, die durch normalen Gebrauch, durch Nachlässigkeit oder Unfälle passieren, repariert die hauseigene Reparaturabteilung professionell und kostengünstig. Das zuständige Team arbeitet dabei in den Exped-eigenen Werkstätten. Dabei werden Rückmeldungen und Statistiken gesammelt, die wiederum für Verbesserungen, Innovationen und noch langlebigere Produkte dienen. Zu den speziellen Werkzeugen gehören Mattenprüfmaschinen, mit denen auch das kleinste Leck gefunden wird. Es wird immer vorgezogen, ein Produkt zu reparieren, anstatt es wegzuwerfen.

Externes Screening

Um volle Transparenz nach innen und außen zu schaffen, ist Exped eine Partnerschaft mit GreenroomVoice eingegangen. GreenroomVoice ist eine unabhängige, kleine und gut vernetzte Organisation, die sich auf die Kommunikation und Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeit von Outdoormarken spezialisiert hat.

Frau liegt im Exped Zelt am Strand
Zusammen mit GreenromVoice schafft Exped Transparenz und Vergleichbarkeit.

GRV vergibt einen „Score“ in den drei Bereichen „Management“, „Commitment“ und „Products“, der anhand einer Würfelgrafik dargestellt wird. Daran lässt sich direkt ablesen, dass Exped im Bereich „Commitment“ drei von fünf Punkten, in den anderen beiden Bereichen vier von fünf erreicht hat. Insgesamt sind damit 11 von 15 möglichen „Nachhaltigkeitspunkten“ vergeben, was als sehr gutes Ergebnis gilt. Was es im Detail bedeutet und welche Methodik zu diesem Ergebnis geführt hat, kann man im Nachhaltigkeitsbericht zu Exped für 2020 nachlesen. Werfen wir einen kurzen Blick auf die drei genannten Bereiche, um den Zahlen etwas Leben einzuhauchen und mit einem plastischen Gesamteindruck abzuschließen:

Im ersten Bereich, dem „Brand Management“ schaut GRV auf alle Themen, die vom Management der Marke direkt gesteuert und in die Geschäfts- und Lieferkettenstrategie integriert werden. Dabei werden Zertifizierungen und Designprozesse ebenso bewertet wie der Rohstoffeinkauf, die Transportstrategie und die Emissionen.

Im Bereich des „Commitments“ werden Engagement und „proaktive Schritte“ der Firma bewertet. Dazu gehören geplante und durchgeführte Innovationen oder Anteile nachhaltiger Produktlinien ebenso wie Ökobilanzen und öffentliche Berichterstattung. GRV sucht hier nach Schlüsselindikatoren für das Engagement einer Marke in Sachen Verantwortung.

Im Bereich „Produkte“ nimmt GRV repräsentative Produkte aus dem Portfolio, um Aspekte wie Materialzusammensetzung, Lieferkette, Zertifizierungen, Garantie und Reparaturfähigkeit zu prüfen. Im Falle von Exped waren es sechs Produkte – vom Schlafsack bis zum Hammock Trekking Tarp, Expeds speziellem Paket aus Hängematte und Tarp.

Fazit: Im Unterschied zu Branchengrößen wie Patagonia, Marmot oder Jack Wolfskin ist Exped als kleine Mittelstandsfirma außerhalb der „Outdoorszene“ kaum bekannt. Unter den „Eingeweihten“ wiederum gilt sie als typisch schweizerische Edelschmiede mit technisch ausgereiften und soliden Sachen, die aber nicht als speziell nachhaltig wahrgenommen werden. Was nicht daran liegt, dass in dieser Hinsicht nichts los wäre, sondern daran, dass man in Zürich wenig Getöse darum macht. Die Energie fließt zielgerichtet in Maßnahmen und weniger in deren werbewirksame Vermarktung. Das passt gut ins Bild, denn Exped spricht ohnehin ein Interessenten- und Käufersegment an, das von sich aus genauer hinschaut und in der Lage ist, die Zeichen für Qualität und Nachhaltigkeit zu erkennen.

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Bergfreund Stephan

„Flat is boring“, dachte ich mir als Kind des Flachlands immer. Bergsport war die Lösung des Problems. Aber nicht aller Probleme, wie ich beim Durchwursteln der Disziplinen von Bouldern bis Hochtouren herausfand. „Egal“, dachte ich mir und fühle mich heute bei alpinen Touren mit leichtem Gepäck sauwohl.

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